In der Sulzfelder Ausgabe der Fränkischen Illustrierte vom Juni 2011 beschwerten wir uns über die teilweise einfallslose Garderobe der damaligen Fränkischen Weinkönigin, wenn sie in „Zivil“ ihre Termine wahrnahm.

Auch bei festlichen Auftritten war das Erscheinungsbild nicht standesgemäß.

Nach Abschaffung der Dirndlpflicht für die Königinnen durch den Fränkischen Weinbauverband erhielten wir viele Beschwerden über deren alternative Kleiderordnung. Die Unterfranken betitelten das Aussehen damals mit „farblos“ oder „wie eine erkältete Bankangestellte, aber nicht wie eine Weinkönigin“. Zum Festgottesdienst „175 Jahre Weinbauverband“ im Würzburger Dom, waren bezüglich der „königlichen Kleidung noch ganz andere Kritiken zu hören: „A ärmlich´s Kittala“, sagte eine der rund 100 Winzergattinnen enttäuscht. Schließlich erwarten die Franken von der Person, von der sie überall vertreten werden, dass sie nicht nur fachkompetent ist, sondern auch eine Robe trägt, worauf wir Franken stolz sein wollen. Aber Dirndl ist das Eine und Stil das Andere.

 

Nun, zum Einen ist ein Dirndl nicht unbedingt fränkisch, allerdings sind die fränkischen Trachten durch anspruchsvolle Schnitte, viel zu viele und zu dunkle Stoffe, nicht besonders zeitgemäß und schon gar nicht zum Feiern und Ausgehen tragbar. Also sind wir Franken im Folklorefall gezwungen, sowie der Rest der Republik, auf alpenländische und Landhausmode zurückzugreifen, wie halt alle auf dem Oktoberfest.

 

Da wir nicht zu jenen gehören, die nur kritisieren ohne Alternativen in Aussicht zu stellen, hat sich die Fränkische Illustrierte etwas einfallen lassen. Mit etwas Phantasie und Geschmack, sowie geschickten Nähhänden (auch von Oma oder Nachbarin) kann man ein günstiges „Stangen-Dirndl“ neudeutsch: „Pimpen“.

Das sind wir mit drei praktischen und attraktiven Unterfränkinnen angegangen und denken, dass sich das Ergebnis sehen lassen kann. Für die Sommerfrische junger Fränkinnen, insbesondere zu unseren geliebten Weinfesten, möchten wir den Mädels so mehr Lust auf ein wenig fränkische Folklore und Identität machen, ohne im „Allerweltsdirndl“ auftreten zu müssen. Mit etwas Geschick kann das Jede.

Zum Anderen, wurden wir bei der Suche nach Alternativen für unsere gekrönten Weinhäupter ebenfalls fündig. Wenn schon kein Dirndl, dann bitte auch „kein ärmlich´s Kittala“.

Edle Blazer, die sich auf adelige Weise von Straßenkleidung oder banalem Hosenanzug "fürstlich" abheben, finden wir viel passender. Vielleicht nimmt sich die eine oder andere Weinkönigin ein Beispiel.

Wir fanden drei echte Fränkinnen, die sich vollkommen unprofessionell, dafür aber begeistert und ganz natürlich für diese Themen fotografieren ließen. Der Kutschen-Rudi aus Iphofen ließ es sich natürlich auch nicht nehmen, seine fränkischen „Baronessen“ standesgemäß zu kutschieren.


Wir würden uns freuen, auch von Euch Meinungen, Ideen und Tipps veröffentlichen zu dürfen, gerne auch mit Fotos.

"Pimp" mei Dirnd´l

"kee ärmlichs Kittala"

Frankenhemd limitiert