Kommentar zur Diskussion 30.April 2018

 

Zunächst gehört das Kreuz niemand und schon gar nicht den Kirchen, die es eigenmächtig seit rund 1.700 Jahren missbrauchen, genauso wie den Namen Jesus Christus. Unter den Zeichen „ihres Kreuzes“ steckt, wie wohl jedem bekannt, meist eine sehr menschenfeindliche Historie.

Da wir Europäer nun alle mehr oder weniger und notgedrungen von dieser Historie seit zig Generationen geprägt sind, empfinden wir dies natürlicher Weise als unsere christlich geprägte Kultur. Das Kreuz ist also ein Kulturgut des Volkes und nicht der Pfaffen, auch wenn sie sich penetrant als Hüter desselben aufspielen.

 

Kultur bezeichnet im weitesten Sinne alles, was der Mensch selbst gestaltend hervorbringt, im Unterschied zu der von ihm nicht geschaffenen und nicht veränderten Natur oder der „Kultur“ einer Institution oder eines Systems mit Machtanspruch. Wenn auch das System der Gewohnheiten und des Zusammenlebens von den Kirchen mental und auch optisch geprägt ist, so haben sie dennoch keinen Anspruch darauf.

So sind Kreuze am Wegesrand, auf Grabsteinen, Bildstöcke und die Kirchen in den Dörfern zur Kultur der Menschen geworden, sie gehören zum historischen - und zum Landschaftsbild, welches wir schon wegen unserer Ahnen mit dem Begriff Heimat verbinden. Kirchlich geprägte Traditionen und auch Feste werden von den Menschen getragen, organisiert und veranstaltet, sie sind ebenfalls das Kultureigentum der Bevölkerung, genauso wie das Kreuz. So ist das Kreuz unumstößlich ein gemeines Kulturgut oder ein Symbol  unserer Kultur, egal ob in Bayern oder Sizilien. Dass wir uns auch in öffentlichen und staatlichen Einrichtungen dieses Symbols bedienen ist daher völlig legitim. Juden, Muslime sowie andere Religionsgemeinschaften bedienen sich allerorts im Gegensatz zu uns, weit extremer und aufdringlicher ihrer ganzen Symbolik. 

 

Wenn nun Paffen, Profilierungspolitiker und Andere hier einen Missbrauch durch die bayerische Staatsregierung erkennen wollen, dann muss man sich eben darauf einigen, dass alles, nur ansatzweise Religiöse komplett aus dem öffentlichen Leben zu verschwinden hat. Religion hat dann wirklich reine Privatsache zu sein und darf nur noch in eigenen geschlossenen Räumen praktiziert werden. Kein Pfaffe, Imam, Zentralrat oder sonst irgendein Bauernfänger darf dann auch keinerlei Öffentlichkeit in den Medien mehr bekommen, geschweige denn in der Politik. Keine Kreuze, - keine Kopftücher, keine Kipa oder andere religiöse Gewänder auf den Straßen mehr und Religionsunterricht aller Couleur ist dann in öffentlichen Schulen ebenfalls zu verbieten. Wäre vielleicht gar nicht schlecht, wenn die ganzen militanten und auch scheinheiligen Religionsfreiheits-Parasiten ihre arroganten, und permanent fordernden Sprüche mal zu Hause klopfen und uns damit verschonen würden.

 

Werner Krieger